Impulse

Der Mindset Blog

Als Coach unterstütze ich Sie darin, Ihre Ergebnisse mit der nötigen Ausdauer, dem nötigen Focus und in eigener Verantwortung zu erreichen. Nehmen Sie neue Perspektiven ein, zapfen Sie Ihre eigenen Ressourcen und Potentiale an. Ehrliches Feedback und Fragen lassen Sie Zusammenhänge erkennen. Effizient und schnell erreichen Sie den Erfolg, den Sie sich wünschen und verdienen.

Wir lieben unsere Konflikte

Konflikte lösen durch Mindset-Coaching

Der Konflikt schwelt schon lange Zeit. Die Fronten sind verhärtet. Alle Versuche, eine Lösung zu finden sind bislang gescheitert. Jeder Versuch endete immer wieder in gegenseitigen Vorwürfen. Mittlerweile ist kein Spielraum mehr für einen vernünftigen Umgang miteinander vorhanden. Der andere ist dumm, inkompetent oder macht nur Ärger.

Wenn Sie ebenfalls solche Situationen kennen, könnte es sein, dass Sie Ihre Konflikte mehr lieben, als die Lösung; Probleme mehr als Kooperation.

Mensch als Objekt

Ja, Sie haben richtig gelesen. Sie lieben diese unangenehmen Situationen – ich übrigens auch. Darum wollen Sie auch keine Lösung finden.

Jetzt werden Sie sicher denken, „Was der Gröne da schreibt, ist absoluter Blödsinn. Ich mag es bestimmt nicht, wenn ich mich mit anderen bekriege. Welcher normal denkende Mensch soll das denn lieben?"

Da haben Sie recht. Kein normal denkender Mensch mag so etwas. Das Ding ist aber, dass wir sehr oft eben nicht „normal" denken. Unsere Haltung oder Einstellung, d.h. unser Mindset gegenüber anderen Menschen ist häufig gestört. Das Ergebnis sind dann diese verfahrenen Situationen.

Der Philosoph Martin Buber beobachtete, dass wir in anderen entweder den Menschen sehen, wie wir auch selbst einer sind, oder einfach nur Objekte. Entweder sehen wir im anderen den gleichen Wert wie in uns selbst. Oder wir reduzieren den Anderen auf seine Rolle, seine Funktion oder sein äußeres Handeln – und übersehen dabei seinen menschlichen Wert, d.h. wir sehen ihn als Objekt.


Die Geringschätzung führt zu einem Teufelskreis

Natürlich bemerken wir am Verhalten, ob uns jemand schätzt oder nicht. Und genauso bemerkt es auch der andere, wenn ich ihn nicht schätze. Dementsprechend wird er sich auch verhalten. Das Fatale daran ist, dass er uns damit einen Grund liefert, ihn eben nicht zu schätzen. Das ist der Grund, warum wir Konflikte und Probleme mit anderen „lieben". Je schlechter sich mein Gegenüber verhält, um so mehr fühle ich mich darin bestätigt, dass meine schlechte Sicht auf ihn gerechtfertigt ist. Und Bestätigung für unsere „richtige" Einschätzung mögen wir - ja wir brauchen sie sogar.

Es kann sogar soweit gehen, dass ich besonders kritisch werde. Ich fahre meine Antennen aus und werde empfindlich für das Fehlverhalten des anderen. Meine Einschätzung verfestigt sich. Ich erhalte noch mehr Gründe dafür, warum mein schlechtes Verhalten ihm gegenüber gerechtfertigt ist.

Meistens ist uns das gar nicht bewusst. Eltern sind autoritär, Kollegen wissen es besser und Chefs spielen ihre Position aus. Und genau so werden sie dann auch wahrgenommen.

Entschließe ich mich dazu, andere Menschen als Objekte zu sehen, behandle ich sie im Grunde herabschauend. Das wiederum führt dazu, dass sie mich auch geringschätzend (als Objekt) behandeln. Dieses schlechte Verhalten werte ich als Rechtfertigung meines Verhaltens. Am Ende sehe ich nur noch das Problem oder den Konflikt. Da mein Ich recht behalten muss, habe ich gar kein Interesse an einer Lösung.

In vielen Unternehmen und Projekten habe ich dieses Phänomen oft beobachtet. Da werden Teammitglieder oder Mitarbeiter leider nur in ihrer Funktion oder Rolle gesehen. Dass es sich dabei um Menschen handelt, die auch Gefühle, Wünsche, Träume haben, wird dem fachlichen Ziel oder der eigenen Person untergeordnet. Bei jedem Fehler – egal welcher Art – wird zuerst nach der Ursache geforscht. Was meist nichts anderes bedeutet, als den Schuldigen zu finden.

Auf die Einstellung kommt es an

Was bleibt ist eine Kultur der Rechtfertigung auf allen Seiten. Projekte scheitern, weil nur die Probleme im Vordergrund stehen. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, worum es geht und wie die Situation verändert werden kann:

Ein Mitarbeiter im Prüffeld eines Elektronik-Herstellers galt als Querulant und schwierige Persönlichkeit. Der Gruppenleiter nahm ihn als nicht teamfähig wahr. Der Mitarbeiter vertrat grundsätzlich die Meinung – auch offen – dass „die da keine Ahnung haben". Alles war immer schwierig bis unmöglich. Oft konnten Termine nicht eingehalten werden. Das führte im Laufe der Zeit zu immer größeren Auseinandersetzungen, die das Klima in der gesamten Abteilung belasteten. Es bildeten sich zwei Parteien, die jede für sich und manchmal auch gegeneinander arbeiteten. Auch intensive Gespräche mit höheren Vorgesetzten brachten keine andauernde Verbesserung.

Um die Situation grundsätzlich zu verändern, nahm der Gruppenleiter ein Coaching in Anspruch. Im Coaching veränderte er seine grundlegende Sicht auf die Personen der Mitarbeiter. Vorher sah der Gruppenleiter seine Mitarbeiter ausschließlich in ihrer Funktion. Im Coaching wurde er aufgefordert, sich in die Mitarbeiter zu versetzen und deren Motive für die Kritik fiktiv zu erforschen. Dadurch konnte der Gruppenleiter das Engagement seiner Mitarbeiter erkennen. Er stellte sich vor, dass alle letztendlich das gleiche Interesse am Erreichen eines guten Qualitätsstandards haben. Außerdem sollte der Gruppenleiter ausschließlich positive Eigenschaften seiner Mitarbeiter sammeln.

Das führte zu einer neuen Haltung des Gruppenleiters: Bewusst und gezielt erwähnte und lobte er die positiven Eigenschaften seiner Teammitglieder. In Absprache mit seinen Vorgesetzten wurde ein lockeres „Workout" veranstaltet mit der Verabredung, keine beruflichen Themen zu besprechen.

Direkt am nächsten Tag wurde gemeinsam mit dem Team eine Lösung für die dringenden Probleme erarbeitet. Innerhalb eines halben Tages lagen Ergebnisse vor. Wie kam es dazu, dass die seit langem verfahrene Situation innerhalb weniger Stunden gelöst werden konnte?

Die Antwort ist einfach: Durch die gezielte positive Wahrnehmung und Handlung des Gruppenleiters wurde die Atmosphäre von einer objektiven in eine persönliche geändert. Das führte im Team ebenfalls zu einer veränderten Wahrnehmung. Das gemeinsame „private" Workout lies wieder den Menschen in den Beziehungen hervortreten.

Der Ursprung des Konfliktes wurde gelöst: Solange alle Beteiligten sich gegenseitig nur als Objekte sahen und entsprechend handelten, hatte niemand Bedarf an einer Lösung. Die gegenseitige Geringschätzung führte nur zu einem Bedarf an persönlicher Rechtfertigung. Jede Äußerung der Gegenseite bestätigte nur die Richtigkeit der eigenen Sicht.

Erst als alle wieder „gleichwertig" auf Augenhöhe agieren konnten, gab es keinen weiteren Bedarf an Bestätigung. Damit war der Weg frei für einen offenen und kreativen Umgang. Das Team konnte wieder voneinander profitieren.

Das „falsche" Mindset ist häufig die Ursache für Konflikte und Probleme. Ein Coaching kann helfen, die eigene Haltung zu überprüfen und zu verändern. Dazu stehen viele Methoden zur Verfügung. Oft führen kleine Veränderungen im eigenen Verhalten zu großartigen Ergebnissen.

Mit den besten Wünschen für ihr menschliches Mindset

Ihr Mindset-Coach

Matthias Gröne


Insbesondere Führungskräfte geraten schnell in die oben beschriebenen oder ähnliche Situationen. Um Sie optimal vorzubereiten, legen wir in unserem neu konzipierten Seminar „Neue Rolle Führungskraft - Führen mit Persönlichkeit" besonderen Wert auf das Verständnis der eigenen Person. Neben viel handwerklichem Wissen enthält der Kurs viele Coaching-Elemente, damit Sie sich in Ihrer neuen Aufgabe ganz individuell zurechtfinden können.

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Kommentare

Gäste - PatrWink am Freitag, 16. Juni 2017 08:59

Naja, man kennt ja immer wieder diese Menschen, die gar nicht anders können als sich immer wieder mit anderen zu bekriegen. Zur Not dann eben auch mit Hilfe eines Anwalts vor Gericht. Vielen ist einfach nicht klar, dass dadurch rein gar nichts besser wird.

Naja, man kennt ja immer wieder diese Menschen, die gar nicht anders können als sich immer wieder mit anderen zu bekriegen. Zur Not dann eben auch mit Hilfe eines Anwalts vor Gericht. Vielen ist einfach nicht klar, dass dadurch rein gar nichts besser wird.
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Mittwoch, 12. Dezember 2018